Reisetagebuch: 8.-14. Tag

Notizen: Die Stimmung ist gut, wir sind von Deutschland bisher hellauf begeistert. Leider komme ich mit der Planung der Reise nicht so schnell voran, wie ich es mir wünsche. (Obwohl ich die Gegenden schon kenne, finde ich ständig neue interessante Sachen, die ich noch einbauen will.) Deshalb werde ich die zweite Woche jetzt in Kurzform darstellen, sonst gerate ich mit dem Modul noch mehr in Verzug… Zeitvorgabe: bis fertich is!

Von Xanten aus fahren wir über die A57 Richtung Kamp-Lintfort und nähern uns dem Ruhrgebiet (Wikipedia, weitere Links siehe in der kommentierten Linkliste unten) von Nord-Westen her über die A42. (Wir staunen einerseits über die vielen Autbahnen, auf denen man sehr schnell fahren darf, andererseits aber auch über den vielen Verkehr, sodass man gar nicht schnell fahren kann.) Im Ruhrgebiet suchen wir uns die zentral gelegene Stadt Essen für eine Unterkunft aus. (Von hier aus sind alle Städte in etwa 30-45 Minuten zu erreichen, wenn nicht gerade Stau auf der A40 ist!) Essen ist mit derzeit rund 590.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Deutschlands und hat sich in den letzten 30 Jahren von einer Industriestadt zu einem Dienstleistungszentrum gewandelt, wie wir aus dem Reiseführer erfahren. Unser Eindruck ist allerdings, dass es sich von einer häßlichen Industriestadt zu einer häßlichen Einkaufsstadt gewandelt hat. Okay, hier und da gibt es ein paar kleine Parks, aber insgesamt wirkt die Stadt auf uns sehr eng und grau und trist. Die Innenstadt ist scheinbar eine reine Einkaufszone,essen_einkaufsstadt.jpg in der abends die Bürgersteige hochgeklappt werden, denn als wir nach 22 Uhr aus der Filmvorstellung der Lichtburg kommen (dem größten Kino Deutschlands, das für seine Film-Premieren bekannt ist), ist in der Fußgängerzone nichts mehr los. Kulturell bietet Essen dafür um so mehr: Kunstausstellungen im Museum Folkwang, Grillo-Theater, Philharmonie und Oper, Ruhrland-Museum … und wird zurecht mit dem Ruhrgebiet Europas Kulturhauptstadt Ruhr.2010! Und als wir abends mit der S-Bahn zu unserer Jugendherberge in Essen-Werden fahren, müssen wir unseren ersten Eindruck schon wieder überarbeiten: die Jugendherberge liegt im wunderschönen bergigen, grünen Süden der Stadt, direkt an der Ruhr, die sich ganz in der Nähe zum Baldeneysee ausweitet. Von dort aus starten wir unsere Erkundungen und nehmen uns für die nächsten Tage eine kleine Auswahl der vielen möglichen Sehenswürdigkeiten und Programmpunkte vor. Unter anderem finden wir viele tolle Anregungen in den Broschüren des Regionalverbands Ruhr, der dutzende sogenannter „Themenrouten“ durchs Ruhrgebiet ausgearbeitet hat:

  • Industrielle Kulturlandschaft Zeche Zollverein (Weltkulturerbe der UNESCO) in Essen: Besichtigung Schacht XII und Kokerei, Ausstellung und Museum. Rings um die Zeche Zollverein und ihr schwarzes Gold drehte sich einst das ganze Leben im Essener Norden. „Zeitweise gab es hier die höchste Konzentration des Bergbaus im Ruhrgebiet. 1847 nahm das Bergwerk seinen Betrieb auf. 1932 war die Zeche die modernste der Welt. Mehr als 5.000 Bergleute arbeiteten zu den besten Zeiten der Kohle auf der Anlage.“ mehr…
  • Duisburg: Industriekultur am Rhein: Besichtigung des größten Binnenhafens der Welt und des Landschaftsparks Duisburg-Nord, ein ehemaliges Hüttenwerk der Firma Thyssen (Wikipedia). „Alles ist möglich im Schatten der jungen Bäume und der alten Hochöfen. Und noch mehr: Sie können dem Revier aufs Dach steigen und die Aussicht genießen“ mehr…landschaftspark-du-nord.jpg
  • Krupp und die Stadt Essen (Themenroute) und Besuch des Grugaparks in Essen (Botanischer Garten, Tierpark, Grillplatz, Hundertwasserhaus u. v. m.)
  • Rheinische Bergbauroute: Besuch des Bergbaumuseums in Bochum und Grubenfahrt ins Bergwerk (Anschuungsbergwerk in 20m Tiefe)
  • Besichtigung des Gasometer Oberhausen inklusive der aktuellen Ausstellung „The Eye of the Sky“ (Satellitenbilder der Erde) und Besuch der Aussichtsplattform, „von oben bietet sich ein herrlicher Rundblick über das westliche Ruhrgebiet – bei klarem Wetter kann man bis zu 35 Kilometer weit sehen.“ mehr …
  • Zur zwischenzeitlichen Entspannung der Kulturnerven und Anspannung der Sportnerven schauen wir uns das sogenannte Revier-Derby (= superclásico River con Boca) der Kultvereine Schalke 04 vs. BVB (Borussia Dortmund) an, entweder in der Arena Auf Schalke (in Gelsenkirchen) oder im Dortmunder Westfalenstadion. Alternativ können wir auch Ski fahren im Alpin-Center Bottrop, einer von zwei Skihallen in Deutschland.

Nach dieser Woche voller Geschichte und Gegenwart fahren wir nach Köln und schauen uns noch den Kölner Dom an, ein Pflichtbesuch für jeden Deutschlandreisenden. Vom Kölner Flughafen aus geht es dann über Barcelona zurück nach Argentinien. Das war`s dann: zwei Wochen Deutschland im Kompaktformat, zwei Regionen wie sie unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem nur zwei kleine Facetten des ganzen Landes und seiner Leute zeigen.

4 comments to “Reisetagebuch: 8.-14. Tag”
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  4. Liber Marc, mit großem Interesse habe ich Dein Reisetagebuch gelesen! Mein Kompliment! Diese spannende und ziemlich lange Reise machen die Bilder und Links noch interessanter.
    mfG
    Tünde

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