Steinmeier bestärkt Auslandsschulwesen auf WDA-Kongress in Berlin

Zum vierten Weltkongress deutscher Auslandsschulen unter dem Motto „Bildung weltweit. Chancen weltweit“ waren Teilnehmer und Gäste aus aller Welt in die deutsche Hauptstadt gereist. Die GEW war durch die Vorsitzende Marlis Tepe und die GEW-Arbeitsgruppe AuslandslehrerInnen (AGAL) beim Kongress vertreten.

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier bekannte sich zur auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik als Schwerpunkt deutscher Außenpolitik

Gegenüber den vorangegangenen drei Weltkongressen in Mexiko, Kapstadt und Shanghai hatte der Weltkongress in Berlin einen neuen Akzent: Zum ersten Mal wurden die Sprachdiplomschulen im Ausland so in den Blick gerückt, wie es mittlerweile ihrer Bedeutung für das Deutsche Auslandsschulwesen zukommt. Denn immer noch wird die deutsche Auslandsschularbeit vorwiegend mit den 140 Deutschen Auslandsschulen (DAS) assoziiert, die mit dem Weltverband deutscher Auslandsschulen (WDA) eine gut funktionierende Lobbyorganisation besitzen. Dagegen gibt es mittlerweile über 1.100 DSD-Schulen mit rund 60.000 Schülern, die jährlich die Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD) ablegen.

Bundesaußenminister Steinmeier machte als Gastgeber seitens der Bundesregierung deutlich, dass die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) als interkultureller und friedensstiftender Handlungsschwerpunkt die deutsche Außenpolitik auch weiter maßgeblich bestimmen werde. Er hat in seinem Amt einen „Review“-Prozess in Gang gesetzt, der die Neujustierung der Arbeit des Auswärtigen Amtes zum Ziel hat, wobei der AKBP ein stärkeres Gewicht zukommen soll.

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Marlis Tepe im Gespräch mit dem WDA-Geschäftsführer Thilo Klingebiel (rechts) und dem Vorsitzenden der GEW-Arbeitsgruppe AuslandslehrerInnen, Franz Dwertmann (Mitte)

Breiteren Raum nahm die Diskussion zur Umsetzung des Auslandsschulgesetzes ein, das seit Beginn 2014 in Kraft ist. Für die GEW ist das neue Auslandsschulgesetz nur ein erster Schritt. Viele Fragen, insbesondere zum Status der Lehrkräfte, bleiben ungeklärt. Nicht nur seitens der GEW, sondern auch aus seinem eigenen Amt Steinmeier darauf hingewiesen, dass es zu Verbesserungen der Situation der Lehrkräfte im Auslandsschuldienst kommen müsse. Und auch ZfA-Vize Ringkamp fragte, wie „das Instrument der Bundesprogrammlehrkräfte (BPLK) weiter entwickelt“ werden solle? Es sei noch überhaupt nicht sichtbar, wie die Lehrerversorgung an den Schulen sich nach dem Auslandsschulgesetz entwickeln wird.

Text: Franz Dwertmann, Manfred Brinkmann; Fotos: GEW