Medienpass NRW wird flächendeckend kommen – ICT Teil der Allgemeinbildung

Der Medienpass NRW wird für alle Schulen flächendeckend eingeführt. Und er wird noch mal modifiziert. So zumindest kann man aktuelle Aussagen aus dem MSW lesen. Denn die Landesregierung versteht informationstechnologische Bildung „als Teil der Allgemeinbildung“.

Für die heutige Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung legt Bildungsministerin Sylvia Löhrmann einen Bericht vor: „Medienpass NRW – Zahlen, Daten, Fakten – Welche Verbreitung hat der Medienpass?“ (PDF des Landtags)

Zum Medienpass NRW auf www.medienpass-nrw.de

Löhrmanns Bericht ist nur leicht verklausuliert, lässt nicht viel Interpretationsspielraum. Nach einem „Abgleich zwischen dem seit 2010 bestehenden Kompetenzrahmen des Medienpasses NRW und dem Kompetenzrahmen der Strategie der Kultusministerkonferenz ‚Bildung in der digitalen Welt‘ … soll eine Einbindung digitaler Kompetenzen in alle Fächer“ erfolgen. Spätestens zum Schuljahr 2018/19 sollen alle Schülerinnen und Schüler digitale Kompetenzen erwerben.

Die KMK wird die endgültige Fassung ihrer Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ am 8. Dezember veröffentlichen (KMK). Schon der Entwurf enthält insgesamt sechs Kompetenzbereiche (PDF der KMK). Der Medienpass NRW hat derer fünf (siehe Abb.). Inhaltlich unterscheiden sie sich kaum, aber „insbesondere der Aspekt des Problemlösens bzw. ‚Computational Thinking'“ wird erweitert, heißt es im Bericht. Man lässt der KMK sicher den Vortritt, danach dürfen wir mit der Veröffentlichung des „aktualisierten bzw. erweiterten Kompetenzrahmens“ in NRW rechnen.

Wie weit der Medienpass NRW inzwischen verbreitet ist, bleibt übrigens unklar. Die vorgelegten Zahlen sind nicht aussagekräftig. Downloadzahlen, Bestellungen von Klassensätzen oder Broschüren sagen nicht viel über die tatsächliche Implementierung an der Schule aus. Vielleicht hilft auch da das Update des Kompetenzrahmens und der Rückenwind durch die KMK.

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One comment on “Medienpass NRW wird flächendeckend kommen – ICT Teil der Allgemeinbildung
  1. Wundert eigentlich nicht, dass die Zahlen zur tatsächlichen Nutzung des Medienpass NRW vage bleiben, denn ein durchschlagender Erfolg war er in der Fläche bisher wohl nicht. In meiner Region forderten 2012 nicht ganz 20% aller Schulen die Medienpass NRW Pakete an. In keiner davon wurde er implementiert, wie man an den ausbleibenden Nachbestellungen ablesen konnte. Die Ursachen dafür lagen sicher nicht in der Konzeption des Medienpass NRW, sondern eher daran, dass die Schulen für sie dringlichere Aufgaben sahen, als sich das Thema Medienkompetenz auf die Fahnen zu schreiben.
    Mittlerweile ist der Medienpass NRW in die Jahre gekommen. Die Entwicklung der Medienlandschaft hat ihn sehr schnell überholt. Das Konzept ist heute mindestens sechs Jahre alt. Soweit ich mich erinnere wurde er etwa 2010 konzeptioniert und 2011 an Schulen pilotiert. Der Medienpass NRW knüpft an die Kernlehrpläne an und greift auf, was dort an Mediengebrauch beschrieben wird und dockt so direkt an. Die Kernlehrpläne sind allerdings schon von 2004, damit noch älter und das Verständnis von Medienintegration in den Unterricht noch veralteter.
    Mittlerweile haben sich die 4C bzw. im Deutschen 4 K als relativ stabile Kompetenzen im Zusammenhang mit digitalen Medien im Unterricht herauskristallisiert. Sie werden wohl auch über kommenden weiteren Entwicklungen in digitalen Technologien stabil bleiben. Dem muss der Medienpass NRW Rechnung tragen. In der bisherigen Konzeption stehen viel das Handling und Prävention im Vordergrund. Beides hat seine Berechtigung, ist jedoch nur ein Teil der im Unterricht zu vermittelnden Bereiche/Kompetenzen.
    Man kann nur hoffen, dass es den Machern des Medienpass NRW gelingt, ihn wirklich sinnvoll zu aktualisieren und zukunftsicher zu machen. Das sollte möglich sein, braucht aber etwas Weitsicht. Ich bin gespannt.

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