Thema: Klimawandel

Unterrichtsreihe zum Thema Klimawandel (Skizze):

Thema: Klimawandel

Titel: SOS Planet – Du kannst das Klima schützen!

Umfang: min. 12 Unterrichtseinheiten

Lerngruppe: ab 15 Jahre, Niveau B1

Kurzbeschreibung:

  • Zunächst soll in einer ersten Phase das Klima genauer unter die Lupe genommen werden: „Klimaforschung. Eine Zeitreise durch das Klima“.
  • In der zweiten Phase geht es darum, wer auf der Welt was zum Schutz des Klimas beiträgt: „Wer rettet die Welt? Klimaschutz und Klimapolitik“ inklusive Sichtung des Films „Eine unbequeme Wahrheit“.
  • In der letzten Phase sollen die einzelnen Arbeitsergebnisse verwertet und für eine kleine Ausstellung auf Plakatwänden aufbereitet werden: „SOS – Du kannst das Klima schützen!“ Die Ausstellung soll der Schulöffentlichkeit präsentiert werden, später können die Plakate in den Gängen dauerhaft ausgestellt werden.

Kommentar: Ziel ist die Förderung des selbständigen, autonomen Lernens durch eigenständige Arbeitsformen (Stationenarbeit, Gruppenarbeit) und die Nutzung des World Wide Web zur Erarbeitung von Inhalten für die Ausstellung. Außerdem werden Regeln für eine effektive Gruppenarbeit aufgestellt, die schließlich in eine interne und externe Bewertung durch Schüler und Lehrer einfließen. Zur Sicherung des Lernprozesses während der Stationenarbeit wird ein Laufzettel („Stationenpass“) genutzt, die Arbeitsblätter und –ergebnisse werden in einem Ordner gesammelt.

MaterialArbeitsblätter vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auf www.bne-portal.de, Lernstationen, PC-Pool mit Internetanschluss, Adressen von adäquaten Websites, Notizblätter (Logbuch), Schreibmaterial usw.

Langbeschreibung:

1. PHASE (ca. 4 UE): Klimawandel ist heute ein allgegenwärtiges Thema – sollte man zumindest meinen! Eine typische Aussage eines Argentiniers soll als Einstieg dienen: 

„Der Klimawandel ist nun wohl auch hier in Patagonien angekommen, im Mai fehlten mindestens 15 Regentage! Und wenn es nicht regnet, gibt es kein Wasser, und dann gibt es keinen Strom, weil der Staudamm nicht genug Wasser bekommt!”

Das Zitat wird per OHP an die Wand geworfen und Reaktionen der S. abgewartet. Ggf. werden weitere Impulse gegeben, um die inhaltliche Aussage und die subjektive Sichtweise dieser Person zu erschließen. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit der Klasse über andere auffällige Wetterphänomene der letzten Zeit. Die Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen an, ob es eine Entwicklung hin zu mehr von solchen Erscheinungen gibt und ob das Wetter früher anders war. Mit dem Arbeitsauftrag auf dem Einleitungsblatt beginnt die eigentliche Arbeit am Thema. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Methode der Eisbohrkern-Analyse und grundlegende Begriffe in diesem Zusammenhang kennen. Die Problemstellung für die Stationenarbeit wird eingeführt: Warum verändert sich das Klima? Was hat es mit dem Treibhauseffekt auf sich, von dem oft die Rede ist? Welchen Einfluss nimmt Kohlenstoffdioxid auf das Klima? Die Klasse wird in Arbeitsgruppen aufgeteilt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig in ihren Gruppen an den fünf Stationen. Auch die Lösungen kontrollieren sie selbst. Die Lehrkraft hilft bei Bedarf. Die Schülerinnen und Schüler legen für sich Ordner an, in denen sie die bearbeiteten Arbeitsblätter, Lösungsskizzen etc. sammeln. Der Ordner enthält zudem einen „Stationenpass“. Wenn alle Stationen erfolgreich durchlaufen wurden, sind die Schülerinnen und Schüler „Klimafachleute“. Diese Arbeitsphase kann sich über mehrere Unterrichtsstunden verteilen. Eine Auswertung der Stationen erfolgt im Kreisgespräch in der Klasse. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Arbeit und fokussieren erneut das Gelernte. Sie sollen eigene Materialien zum Thema mitbringen (Artikel, Aufsätze, Bücher etc.), um eine Infoecke in der Klasse einzurichten. Abschließend werden anhand von Texten und Bildern sämtliche wahrscheinlichen und möglichen primären und sekundären Folgen des Klimawandels überprüft: Zunahme von Sturm- und Flutkatastrophen, Anstieg des Meeresspiegels, Austrocknung semiarider Gebiete, Entwaldung, Savannenbildung, Abschmelzen der Gletscher, Überschwemmungen, Flutwellen usw. und sekundäre Folgen für den Menschen wie Artensterben, Verlust von Süßwasserressourcen, Verlust nutzbarer Bodenfläche, Flüchtlingsbewegungen aus Katastrophengebieten und Armutsmigration, sozioökonomische, ethnische, religiöse Spannungen usw.

2. PHASE (ca. 4 UE): Unter der Fragestellung „Klimaschutz – Wie kann das gehen?“ entwickeln die S. eine Mindmap zu den Akteuren des Klimaschutzes und deren Funktionen. Eine wichtige Erkenntnis sollte am Ende sein, dass Klimaschutz nur auf internationaler Ebene möglich ist, die nationalen Akteure müssen zu internationalen Klimakonferenzen zusammenkommen und gemeinsame Ziele vereinbaren. Anschließend beschäftigen sich die S. unter dem Motto „Was bisher geschah…“ mit der Realität des Klimaschutzes. Schwerpunkt sind das Kyoto-Protokoll und die davon abgeleiteten Reduktionsverpflichtungen. Welche Möglichkeiten es für einen Staat gibt, seine Klimaschutz-Ziele zu erreichen, betrachten die Schülerinnen und Schüler am Beispiel Deutschlands. Im Mittelpunkt steht die Ökosteuer im Rahmen des Nationalen Klimaschutzprogramms. Diese Phase kann durch das Spiel „Keep cool“ (Material ebd.) ergänzt werden, bei dem eine Weltklimaschutzkonferenz simuliert wird. Die Phase wird mit dem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore beendet Die S. setzen sich mit der Fragestellung auseinander, wie realistisch das Filmszenario ist. Sie erarbeiten verschiedene Aufgaben u.a. zu Fragestellungen wie Wettermeldungen, Klimawandel bei uns, Klimawandel anderswo in der Welt. (insgesamt 5 Arbeitsblätter). Dabei suchen sie in der klasseneigenen Infoecke (s. o.) nach weiteren Beispielen und ergänzen die Suche durch eine Online-Recherche in Zeitungsarchiven; dazu können die elektronischen Archive der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der Tageszeitung „Die Welt“ kostenfrei genutzt werden. Die Ergebnisse werden in der folgenden Unterrichtsstunde im Unterrichtsgespräch zusammengetragen, sortiert und in eine Tabelle eingeordnet.

Ein zusätzlicher Arbeitsauftrag könnte sein, dass die S. anhand ihrer Neigung ein Kurzreferat vorbereiten, um einzelne Aspekte wie mögliche ökologische Konsequenzen (z. B. Naturkatastrophen, Anstieg des Meeresspiegels), soziale Folgen (z. B. Armut, Hunger, Obdachlosigkeit) und ökonomische Auswirkungen (z. B. Grundstückspreise, Niedergang, Armut) des Klimawandels zu vertiefen.

3. PHASE (ca. 4 UE): Die S. bereiten unter dem Titel „SOS Planet: Du kannst das Klima schützen!“ eine kleine Ausstellung vor. Ziel der Ausstellung ist es, die Besucher sowohl über den tatsächlich statt findenden Klimawandel zu informieren, als auch dafür zu sensibilisieren, dass jeder Einzelne durch sein persönliches Handeln zum weltweiten Klimaschutz beitragen kann. In den bekannten Kleingruppen entwerfen die S. daher Informationsmaterialien für Stellwände, die in der Schule (Aula) präsentiert und später in verschiedenen Fluren der Schule dauerhaft ausgestellt werden sollen. Die Materialien müssen also beiden Anforderungen genügen, mindestens aber an einer Wand befestigt werden können, für die Ausstellung können darüber hinaus großvolumige Modelle oder bedruckte Flyer und Broschüren zum Verteilen erarbeitet werden. Jede Gruppe muss sich zu Beginn der Arbeitesphase festlegen, welche Materialien sie produzieren und welche Informationen sie zu folgenden Aspekten präsentieren will:

  • Klimawandel im Laufe der Jahrtausende
  • Globale und lokale Auswirkungen des Klimawandels
  • Klimaschutz und Klimapolitik
  • Klimaschutz konkret: Was kann ich tun?

Als Grundlage für die Ausstellung dient Material von www.greenpeace.de, zum Beispiel die Broschüre „So retten wir das Klima“ (PDF-Download bei Greenpeace.de) mit nützlichen Informationen und Grafiken zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden.

Bewertung: Zum Abschluss der Unterrichtsreihe könnten die S. eine kriterienbezogene gegenseitige Bewertung der Ausstellungsergebnisse vornehmen wie verwendete Bilder und Grafiken, Informationsgehalt, Sprachgebrauch, Verständlichkeit, Kreativität usw.

 

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